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die Veröffentlichung der Ergebnisse des Projektes erfolgte in der Reihe Forschungen
des BBSR
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Forschungsabteilung 1

Deutschland in Europa – Analyse der Ergebnisse des ESPON-Programms 2006 aus deutscher Sicht

Auftraggeber: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Bonn

Projektlaufzeit: November 2007 bis Oktober 2008

Kontext

Im Zuge der europäischen Integration haben verschiedene Aspekte der räumlichen Entwicklung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Um diesem Bedeutungszuwachs Rechnung zu tragen, wurde zunächst das Europäische Studienprogramm für räumliche Entwicklung (SPESP) ins Leben gerufen und anschließend das ESPON-Programm 2006 (European Spatial Planning Observatory Network) initiiert. Vor allem Letzteres diente der politiknahen Beobachtung europäischer Raumentwicklung sowie Raumentwicklungspolitik und der Etablierung eines europaweiten Forschungsnetzwerkes. Dieses Netzwerk hatte die Aufgabe, für eine ganze Reihe raumrelevanter Themenstellungen grenzüberschreitende gemeinsame Forschungsansätze auf regionaler Ebene zu entwickeln und zu realisieren. Innerhalb dieses Rahmens konnte das ESPON-Programm 2006 wichtige Ergebnisse für die europäische Raumentwicklung und Raumentwicklungspolitik erarbeiten.
Bei den Analysen standen europäische Themen der Raumentwicklung, wie sie vor allem im EUREK formuliert wurden, im Vordergrund. Dementsprechend fanden nationale thematische Schwerpunkte im abgelaufenen ESPON-Programm 2006 nur insoweit Berücksichtigung, wie sie mit den europäischen Themenschwerpunkten kohärent waren. Viele Ergebnisse wurden ausführlich zudem nur aus der europäischen Perspektive betrachtet, nationale und regionale Besonderheiten oft nur andiskutiert, ebenso wie deren Einordnung in den europäischen Kontext.


Projekt

Diese Einordnung und die Betrachtung europaweiter Ergebnisse aus der nationalen Perspektive sind jedoch hinsichtlich einer weiteren Nutzung von Ergebnissen des ESPON Programms 2006 in Deutschland hilfreich und daher von besonderem Interesse. Demzufolge galt es in diesem Projekt, einen Ausgleich zwischen einer europäisch geprägten und der nationalen Perspektive zu schaffen, indem beide Perspektiven zueinander in Beziehung gesetzt wurden.
Ziel der Betrachtung aus nationaler Perspektive war es, die Ergebnisse so auszuwerten und aufzubereiten, dass sie leicht verständlich und von zusätzlichem Nutzem für die deutschen Akteure sind. Wichtige Zielgruppen sind neben der Wissenschaft vor allem die Akteure aus Politik und Verwaltung der unterschiedlichen räumlichen Ebenen (Bund, Länder, Kreise, Städte). Dafür wurden ausgewählte ESPON-Ergebnisse von der europäischen auf die (nationale, regionale und thematische) Perspektive deutscher Akteure herunter gebrochen. Die Betrachtung aus deutscher Perspektive wurde primär durch die Einordnung deutscher Regionen und Städte in ihr europäisches Umfeld geleistet. Hierfür wurden die ESPON-Projektberichte und Publikationen gesichtet und die relevanten Informationen ausgewertet.
Die Analyse sollte somit mehreren Anforderungen gerecht werden:

  • Es galt, die Ziele und Strategien der deutschen Raumordnungspolitik mit jenen der europäischen Ebene, insbesondere der Territorialen Agenda, in Beziehung zu setzen. Die deutschen Leitbilder der Raumordnung und die Prioritäten der Territorialen Agenda stellten somit den thematischen Rahmen für die Betrachtung des ESPON Programms 2006 aus deutscher Perspektive.
  • Die Analyse der Ergebnisse des ESPON Programms 2006 diente dem besseren Verständnis der ESPON-Ergebnisse aus deutscher Sicht. Dieses Verständnis war die Grundlage für die effektive Nutzung der erzielten Ergebnisse auf den unterschiedlichen Ebenen deutscher Raumentwicklungspolitik, von Verwaltung und Wissenschaft. Die in der Analyse erlangten Erkenntnisse sollten somit auch den relevanten Akteuren aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft in jeweils geeigneter Form nahe gebracht werden.
  • Außerdem war das Zurückbeziehen der europäischen ESPON-Ergebnisse auf die nationale Ebene mit einer Perspektivenerweiterung verbunden. So zeigte sich immer wieder, dass das komparative Nebeneinander von Forschungserkenntnissen verschiedener räumlicher Ebenen dazu beiträgt, räumliche Interaktionen und Potenziale besser zu erkennen und Abläufe räumlicher Interventionen ex post wie ex ante besser einschätzen zu können. Diese Perspektivenerweiterung wurde erreicht, indem die Analyse gezielt der Frage der Einordnung der deutschen Städte und Regionen im europäischen Kontext nachging. Durch diese Betrachtungsweise gewannen die ESPON-Ergebnisse an Bedeutung, da sie auch für die nationalen räumlichen Strategien neue Impulse auslösen können.
  • Mit der Analyse der Ergebnisse des ESPON Programms 2006 aus deutscher Perspektive verbunden war außerdem eine Bewertung desselben. Die Zusammenführung der deutschen und europäischen raumentwicklungspolitischen Zielsetzungen mit den bisherigen ESPON-Ergebnissen erlaubte die Identifizierung von thematischen Lücken und räumlichem Forschungsbedarf. Auf dieser Basis konnten fundierte Lehren für das ESPON Programm 2013 gezogen werden.

VORGEHENSWEISE

Die Sichtung und Analyse der insgesamt über 25.000 Berichtsseiten aus den Projekten des ESPON Programms 2006 erfolgte in sieben ausgewählten Themenfeldern, die einen engen Bezug zu den Leitbildern der deutschen Raumordnung und den Prioritäten der Territorialen Agenda der Europäischen Union aufweisen:

  • Städtesystem und Polyzentralität
  • Semiurbane und ländliche Räume
  • Netzinfrastrukturen als Verkehrs- und Kommunikationsinfrastrukturen
  • Umwelt und Risikomanagement
  • Demographie
  • Wettbewerbsfähigkeit und Innovation
  • Zukunftsperspektiven und Szenarien der Raumentwicklung

Abschließend wurden die Kernaussagen zu diesen Themen in Beziehung zu den Prioritäten der Territorialen Agenda gesetzt. Im Heft 135 der Reihe Forschungen des BBSR wurden die Ergebnisse dieses Projektes umfassend aufbereitet. Ergänzend dazu fassen Sonderveröffentlichungen des BBSR diese Ergebnisse in anschaulicher Weise auf wenigen Seiten auf deutsch bzw. englisch zusammen.

Projektpartner

  • Spatial Foresight GmbH (S.a.rl.), Dr. Kai Böhme
  • raumkom / Institut für Raumentwicklung und Kommunikation, Dr. Christian Muschwitz
  • Spiekermann und Wegener / Stadt und Regionalforschung, Klaus Spiekermann

Kontakt im IRS

Prof. Dr. Hans Joachim Kujath
Tel.: 03362/793-150
e-mail: KujathH_at_irs-net.de

Dr. Sabine Zillmer
Tel.: +49-3362/793-186
e-mail: ZillmerS_at_irs-net.de

Kai Pflanz
Tel.: +49-3362/793-186
e-mail: PflanzK_at_irs-net.de

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