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Forschungsabteilung 1

Geographie[n] an den Rändern des Europäischen Projekts. Räumliche Orientierung und Peripherisierung an der Außengrenze der erweiterten Europäischen Union / PFI, WGL

Projektförderung:
Bund (BMVBS) und Freistaat Sachsen (SMWK) im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation

Laufzeit: Januar 2007 bis Dezember 2009

Untersuchungsgegenstand:

Ausgangspunkt des Projektes war die Etablierung der neuen EU-Außengrenze. Dieses zunächst zwischenstaatlich, zunehmend aber gemeinschaftlich vorangetriebene Projekt ermöglicht allen Staatsangehörigen der Mitgliedsstaaten des Schengenraumes das freie Überschreiten der gemeinsamen Grenzen sowie einen freien Waren- und Dienstleistungsverkehr im „Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“. Gleichzeitig sollen unerwünschte und unkontrollierte Grenzüberschreitungen, insbesondere Zuwanderungen, verhindert werden. Konkret wollten wir erforschen, was es im Alltag bedeutet, dass Staatsgrenzen zu EU-Außengrenzen bzw. zu Grenzen des sog. Schengen-Raums geworden sind. Hiervon sind vor allem die Einwohner/innen der jeweils benachbarten Länder, insbesondere die Bewohner/innen der grenznahen Gebiete, betroffen.

Unter der Fragestellung „Welche Konsequenzen haben Grenzsicherungs- und Kontrollregimes für alltägliche ökonomische Praktiken?“ interessierten vor allem zwei Aspekte: der grenzüberschreitende Kleinhandel und grenzüberschreitende unternehmerische Tätigkeiten im produzierenden Gewerbe. Hierzu wurden Fallstudien an folgenden Grenzen durchgeführt:

  • Finnland-Russland,
  • Polen-Belarus,
  • Polen-Ukraine,
  • Ukraine-Rumänien

Ausgewählte Forschungsfragen und Forschungsschritte:

1. Diskurstheoretisch orientierte Analyse relevanter EU- und ggf. nationaler Dokumente zur Beantwortung der Frage, welches Grenzregime die EU entlang ihrer Ostgrenze anstrebt.

2. Untersuchung der Interaktionen zwischen den ausführenden Organen der EU- und der nationalen Grenz-Politiken und ökonomisch Handelnden. Welche Konsequenzen haben die Grenzsicherungs- und Kontrollregimes für die Organisation und ggf. die räumliche Orientierung grenzüberschreitender ökonomischer Aktivitäten?

3. Durchführung von Gruppendiskussionen mit lokalen Kleinhändler/inne/n und Unternehmer/ inne/n (ergänzt durch Interviews und Beobachtungen), um etwas über die Formen grenzbezogener ökonomischer Praktiken an den vier ausgewählten Grenzabschnitten zu erfahren.

4. Erstellung begleitender, quantitativer Analysen zu den sozio-ökonomischen Bedingungen und Veränderungen in den Grenzregionen, von denen angenommen wird, dass sie die grenzüberschreitenden Praktiken beeinflussen / motivieren können.

Bearbeiter/innen:

Dr. Judith Miggelbrink (IfL, Projektleitung), Dipl.-Kulturwiss. Bettina Bruns (IfL), Prof. Dr. Bernd Belina (Universität Frankfurt, research associate am IfL), Dipl.-Geogr. Kristine Müller (IRS), Dipl.-Pol. Andreas Wust (IfL), Dipl.-Kulturwiss. Helga Zichner (IfL), Dr. Sabine Zillmer (IRS)

Kooperationspartner:

Prof. Dr. Heikki Eskelinen, Prof. Dr. Markku Tykkyläinen, Dr. Minna Piipponen, Dr. Dmitry Zimin, Alexander Izotov (Univ. Joensuu); Dr. Jakub Grygar (Univ. Brno); Alesja Belanovich (Minsk); Radoslaw Oryszczyszyn, Błażej Borwaski (Univ. Białystok); Prof. Dr. Uladimir Lukievic (Brest); Dr. Stanislaw Stępień (Südost-Europa-Institut Przemyśl); Prof. Dr. Bohumila Lesechko (Nat. Verw.akad. Lviv); Alexander Molnar (Univ. Ushgorod); Myroslawa Keryk (PAS, Warschau); Prof. Dr. Nicolae Boar, Prof. Dr. Jozsef Benedek, Coca Vieru (Univ. Cluj-Napoca); Prof. Dr. Ingo Mose (Universität Oldenburg); Prof. Dr. Martin Heintel (Univ. Wien); PD Dr. Christoph Waack (Univ. Chemnitz)

Kontakt im IRS:
Dr. Sabine Zillmer, Tel. 03362/793-186, E-Mail ZillmerS_at_irs-net.de
Kristine Müller, Tel 03362/793-157, E-Mail MuellerK_at_irs-net.de

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