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Laufzeit: 06/2009 – 05/2014
Projektleitung: Dr. Timothy Moss
Projektbearbeitung: Frank Sondershaus
Durch den Klimawandel werden Niedrigwasserphasen an Flüssen – ebenso wie Hochwasserereignisse – in Zukunft weiter an Häufigkeit und Intensität gewinnen. Als Folge dessen ist im Raum Berlin-Brandenburg mit der Entstehung neuer und einer Verschärfung bereits bestehender Wasser- und Flächennutzungskonflikte zwischen Flussanrainern zu rechnen. Um auf die sich verändernden Rahmenbedingungen zu reagieren sind neben Maßnahmen zur Abschwächung des Klimawandels auch Strategien zur Anpassung an das sich verändernde Klima notwendig. Bestehende und zukünftige Analysen zu den Folgen des Klimawandels und bestehenden Anpassungspotenzialen werden durch die sozial- und raumwissenschaftliche Forschung des IRS um zentrale sozialwissenschaftliche Fragestellungen erweitert. Speziell der institutionentheoretische und akteurszentrierte Forschungsansatz der Abteilung 2 „Institutionenwandel und regionale Gemeinschaftsgüter“ des IRS kann wichtige Beiträge zu Anpassungsstrategien an den Klimawandel liefern.
Projektverbund INKA B-B
Im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme KLIMZUG wird ab Juni 2009 das Innovationsnetzwerk Klimaanpassung Region Brandenburg/Berlin (INKA B-B) für eine geplante Laufzeit von fünf Jahren gefördert. Ziel des Projektverbunds ist es, Anpassungsstrategien an den Klimawandel im Raum Brandenburg-Berlin zu entwickeln sowie vorbildhaft und breitenwirksam umzusetzen. Die spezifischen naturräumlichen Gegebenheiten sowie die zu erwartenden klimatischen Veränderungen in der Gesamtregion bedingen, dass ein besonderer Fokus auf die flächenbezogene Land- und Wassernutzung gelegt wird.
Dabei geht es u.a. darum, die strategischen Veränderungsfähigkeiten von Organisationen dauerhaft in der Region zu verankern und langfristig vorausschauendes Handeln unter extremer Unsicherheit zu fördern.
Konkret verfolgen im Verbund INKA B-B zwölf Forschungs-einrichtungen und eine Vielzahl an Praxispartnern aus Wirtschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit in 24 Teilprojekten das gemeinsame Ziel, Unternehmer und deren Interessenvertretungen sowie politisch-administrative Entscheidungsträger bis 2014 in die Lage zu versetzen,
Für weitere Informationen zum Gesamtprojekt: www.inka-bb.de
INKA B-B Teilprojekt 19 „Methoden und Instrumentarien für nachhaltiges Wassermanagement in kleinen Einzugsgebieten im Klimawandel“
Das IRS wirkt im Rahmen von Teilprojekt 19 in das Handlungsfeld Wassermanagement des INKA B-B Verbundes mit. In diesem Teilprojekt werden an drei Fließgewässern (Fredersdorfer Mühlenfließ, Greifenhainer Fließ, Nuthegraben-Einzugsgebiet) exemplarische Wassermanagementsysteme erstellt. Diese werden in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Wasser- und Bodenverbänden generiert und haben zum Ziel, technische Lösungen für den Wassererrückhalt mit effizienten Bewirtschaftungsverfahren und Steuerungsmechanismen zu verknüpfen. Hierbei sind neben der Wasserverfügbarkeit auch den wachsenden Anforderungen des Hochwasserschutzes, des Naturschutzes sowie von Naherholung und Tourismus Rechnung zu tragen. Diese technischen Lösungen und Bewirtschaftungsverfahren werden adaptiv auf zunehmende innerjährliche Klimaschwankungen einerseits und entsprechend erwarteter Klimatrends andererseits ausgerichtet. Konzepte für die Anpassung bestehender und Entwicklung neuer institutioneller Steuerungsmechanismen (organisatorisch, finanziell, rechtlich und kooperativ) zur Förderung des Wasserhaushaltes bzw. der Grundwasseranreicherung in kleinen Einzugsgebieten werden in Kooperation mit den Stakeholdern entwickelt. Erster Arbeitsschritt ist die Erarbeitung einer SWOT-Analyse als Grundlage weiterer Planungen.
Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Stefan Kaden (DHI-WASY GmbH). Weitere Projektpartner sind das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU). Die drei relevanten Wasser- und Bodenverbände werden als Praxispartner in die Forschung einbezogen.
Rolle des IRS
Das IRS ist im Teilprojekt 19 für die sozialwissenschaftliche Forschung zuständig, Untersuchungsraum ist das Fredersdorfer Mühlenfließ. Ziel ist es Vorschläge für institutionell-organisatorische Anpassungen der Wasserbewirtschaftung an die Auswirkungen des Klimawandels in kleinen Einzugsgebieten zu entwickeln und im Rahmen eines partizipativen Verfahrens auf ihre Anwendbarkeit hin zu prüfen.
Zentrales Element der ersten Projektphase ist eine Akteursanalyse zu bestehenden Problemwahrnehmungen, Interessenkonstellationen und Handlungsmöglichkeiten. Die ersten Ergebnisse stellen eine Grundlage für die SWOT-Analyse des Teilprojektes dar und werden anschließend weiter vertieft. In der folgenden Implementierungsphase I werden bestehende institutionelle Arrangements und Instrumente hinsichtlich ihrer Eignung und Anpassungsfähigkeit geprüft. Vor diesem Hintergrund wird in einem partizipativen Verfahren ein Konzept zur regionalen Steuerung eines klimaverträglichen Wassermanagements erarbeitet. Zu diesem Zweck werden auch mehrere Vergleichsstudien im In- und EU-Ausland durchgeführt. Die erarbeiteten Vorschläge werden dann im Einzugsgebiet des Fredersdorfer Mühlenfließes auf ihre Tauglichkeit und Anwendbarkeit hin geprüft und auf Grundlage dieser Ergebnisse überarbeitet. Dem iterativen Forschungskonzept des INKA B-B-Verbundes entsprechend folgen dann eine zweite Implementierungs- und Synthesephase, bevor das Projekt 2014 mit einer Verstetigungsphase zur Institutionalisierung der Anpassungsprozesse abgeschlossen wird. Die Umsetzbarkeit der Vorschläge wird durch einen engen Austausch mit regionalen Stakeholdern und Praxispartnern gewährleistet. Endprodukt der Forschungsarbeit des IRS wird ein Konzept für die Anpassung bestehender und die Entwicklung neuer institutioneller Steuerungsmechanismen zur Förderung des Wasserrückhalts bzw. der Grundwasseranreicherung in kleinen Einzugsgebieten.
Ansprechpartner im IRS
Dr. Timothy Moss, mosst_at_irs-net.de
Tel.: +49 (0) 3362 793-185
Frank Sondershaus M.A.,sondershaus_at_irs-net.de
Tel.: +49 (0) 3362 793-282