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Forschungsabteilung 2

Rescaling Environmental Governance in Europe.
Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie und die räumliche Reorganisation der Ressourcenregulation

Laufzeit: 07/2010 – 07/2013

Projektleitung: Dr. Timothy Moss
Projektbearbeitung: Frank Hüesker

Mit der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat sich die Regulation von Wasserressourcen in räumlicher Hinsicht stark verändert: Zum einen haben europäische, nationale und subnationale Akteure begonnen, ebenenübergreifende Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln; zum anderen wurde mit der „Flussgebietseinheit“ quer zu den bestehenden politisch-administrativen Einheiten eine neue Maßstabsebene der wasserwirtschaftlichen Planung in Deutschland geschaffen. Mit der WRRL hat folglich eine räumliche Redimensionierung (rescaling) der Regulation von Wasserressourcen eingesetzt, die exemplarisch für aktuelle räumliche Veränderungen in der europäischen Umweltpolitik ist.
Dieser bislang weitgehend unerforschte Prozess bildet den Gegenstand eines neuen DFG-Projekts am IRS. Im Fokus stehen staatliche und gesellschaftliche Akteure, die durch das Agieren auf verschiedenen räumlichen Maßstabsebenen bei der Umsetzung der WRRL versuchen, ihre Einflussmöglichkeiten zu erhöhen. Untersucht wird, inwieweit sich durch solche „multiskalaren“ Strategien die Interessenlagen, Problemdefinitionen, Machtverhältnisse und institutionellen Konfigurationen der Regulation von Wasserressourcen verändern und wie sich dadurch neue Möglichkeiten für eine Verbesserung des Gewässerschutzes ergeben.

Bild einer Brücke
Neben einer präzisen Beschreibung und Erklärung neuer, multiskalarer Formen der Ressourcenregulation und Machtverteilung verfolgt das Projekt das Ziel, zur raumtheoretischen Fundierung der sozialwissenschaftlichen Wasserforschung beizutragen und den Kenntnisstand über die räumliche Redimensionierung von Umweltpolitik zu erweitern. Das Vorhaben stellt den humangeographischen Beitrag zum Gemeinschaftsprojekt „Skalenprobleme von Environmental Governance – am Beispiel der Institutionalisierung von Flussgebietsmanagement durch die EG-Wasserrahmenrichtlinie“ dar, welches gemeinsam mit der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet wird. Als Fallstudien werden die skalaren Strategien wasserwirtschaftlicher Akteure in zwei deutschen Teileinzugsgebieten untersucht: der Wupper in Nordrhein-Westfalen und der Hase in Niedersachsen.

Folgende Fragestellungen werden die Forschungen während der dreijährigen Laufzeit des Projekts leiten:

  • Wie kann das humangeographische scale-Konzept Verschiebungen von Interessen- und Machtkonstellationen bei der Umsetzung der WRRL als multi-skalarer Prozess erklären?  
  • Inwieweit erweitern Akteure durch „multiskalare Strategien“ ihren politischen Handlungsspielraum, und inwieweit verschieben sich dadurch die Interessen, Machtverhältnisse, Problemdefinitionen und institutionellen Konfigurationen von water governance?
  • Inwieweit entstehen durch multiskalares Handeln neue Handlungsspielräume für eine Verbesserung des Gewässerschutzes?
  • Welche Einsichten hinsichtlich der räumlichen Redimensionierung von Umweltpolitik ergeben sich aus der Untersuchung von rescaling bei der WRRL-Umsetzung?
  • Welche Rückschlüsse lassen sich aus der empirischen Untersuchung sowie aus dem interdisziplinären Dialog mit politikwissenschaftlichen Skalen-Konzepten für die Weiterentwicklung des humangeographischen scale-Konzepts ziehen?

Die Forschungsergebnisse werden u.a. mit den Akteuren in den Untersuchungsräumen, auf einer internationalen Abschlusskonferenz, in Fachzeitschriften, auf Fachtagungen und als Buchpublikation präsentiert bzw. zur Diskussion gestellt.

Ansprechpartner im IRS

Dr. Timothy Moss

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