Auftraggeber: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Brandenburg
Projektleitung: PD Dr. Gabriela Christmann
Projektbearbeitung: Dipl. Geogr. Sabine von Löwis, Dipl. Geogr. Leander Küttner, Dipl. Soz. Anika Neumann, Reiner M. Fahlbusch, B.A. Sarah Haupenthal (Stud. Hilfskraft)
Laufzeit: 11/2010 - 03/2011
Problemaufriss
Nimmt man das Argument ernst, die gegenwärtige Gesellschaft sei nur angemessen zu verstehen, wenn man sie als eine Wissensgesellschaft begreift, kommen den Prozessen der Bildung und des Lernens eine immer größere Bedeutung zu. Die Versorgung mit Bildung und damit auch mit Wissen ist ein entscheidender Faktor sowohl für die persönliche Entwicklung eines Individuums als auch für die lokale und regionale Entwicklung, um in der Wissensgesellschaft bestehen zu können. Dies gilt auch und in besonderem Maße für peripherisierte, von Abwanderung bedrohte Landesteile. Auch wenn Lernen schon lange nicht mehr als ein Prozess betrachtet wird, der mit Erreichen der formellen Berufsqualifikation abgeschlossen ist, sondern grundsätzlich ein Leben lang fortdauert, gehört die Schulbildung weiterhin zu einem wichtigen Meilenstein im Wissensleben junger Menschen. Dabei sind es die Lehrerinnen und Lehrer, die täglich daran arbeiten, Kinder und Jugendliche für das Leben in Gesellschaft und Beruf vorzubereiten,
und die damit auch das Fundament der regionalen Entwicklung mitgestalten.
Wenn aber immer weniger Lehrerinnen und Lehrer bereit sind, in dünn besiedelten Regionen zu unterrichten, verschärft dies die Situation peripherisierter Gebiete. Auch in Teilen Brandenburgs wird es mittelfristig immer schwieriger, eine bedarfsgerechte Anzahl qualifizierter Lehrkräfte zu gewinnen.
Zielstellung
Ziel des Gutachtens ist es, den politischen Entscheidungsträgern sowie den betroffenen Kommunen, Schulämtern und Schulen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Schulen in peripherisierten Regionen Brandenburgs mit einer ausreichenden Anzahl an Lehrkräften versorgt werden können. Im Fokus der Analyse stehen die Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse in den Schulen und des Lebensumfeldes in der Kommune sowie arbeits- und tarifrechtliche Bestimmungen.
Methodik
Ausgangspunkt für die Untersuchung ist die Analyse von Lösungsanätzen im Bereich der Schulversorgung, die in anderen peripherisierten Regionen Deutschlands und Europas entwickelt worden sind. Darüber hinaus werden in einer qualitativen Befragung durch leitfadengestützte Interviews mit ausgewählten Brandenburger Schulamtsleiterinnen und Schulamtsleitern, Schulleiterinnen und -leitern sowie neu eingestellten Lehrerinnen und Lehrern in Außenregionen Strategien zum Umgang mit dem Mangel an Lehrkräften erfragt.
Basierend auf diesen ersten Zwischenergebnissen werden eine teilstandardisierte Online-Befragung sowie mehrere Gruppendiskussionen mit Lehramtsstudierenden, Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern sowie Referendarinnen und Referendaren durchgeführt. Über diese Erhebung werden persönliche Interessen und Motivlagen als Voraussetzung für die Bereitschaft eruiert, eine Stelle in Schulen peripherisierter Regionen anzutreten. Abschließend werden die Ergebnisse gebündelt, um Maßnahmenpakete und Handlungsstrategien für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Lehrkräften in Schulen peripherisierter Regionen Brandenburgs zu entwickeln.