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Druckversion von www.irs-net.de/forschung/forschungsabteilung-3/hochschulkooperationen/ (Datum: 17.05.2012 08:09:07)

Forschungsabteilung 3

BorderUni – Vom deutsch-polnischen Grenzraum zum „Europäischen Wissensraum“.
Institutionelle Lernprozesse durch Hochschulkooperationen in Grenzräumen und ihr Beitrag zur Europäischen Integration

Projektförderung: Deutsch-polnische Wissenschaftsstiftung (DPWS)

Kooperationspartner: Prof. Dr. Marek Kwiek, Center for Public Policy Studies an der Adam Mickiewicz-Universität Poznań (cpp.amu.edu.pl/BorderUni.htm)

Projektleitung: Dr. Heidi Fichter-Wolf

Laufzeit: 09/2010 – 08/2012


Auf der Grundlage der Annahme von der kommunikativen Konstruktion von Räumen werden auch Grenzräume als soziale Konstrukte verstanden, die von handelnden Subjekten in Kommunikations- und Aushandlungsprozessen gestaltet werden und deshalb einem ständigen Wandel unterliegen.

In diesem Forschungsvorhaben wird der Beitrag von Hochschulkooperationen in deutsch-polnischen Grenzregionen für eine kulturelle, soziale und ökonomische Integration im Kontext der Entwicklung eines europäischen Wissensraums untersucht. Von besonderem Forschungsinteresse sind die möglichen Lernprozesse mit neuen institutionellen Arrangements, die sich zum einen im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den kooperierenden Hochschulen und zum anderen mit regionalen Institutionen (insbesondere der Wirtschaft) entwickeln können. Unsere bisherigen Forschungen in diesem Themenfeld lassen vermuten, dass sich grenzüberschreitende bzw. transnationale Institutionenbildungsprozesse in iterativen Prozessen vollziehen; dies geschieht durch die Entwicklung anderer Wahrnehmungsmuster sowie neuer Handlungsformen, die sich über Habitualisierungen und Routinen zu neuen Regeln (informelle/formelle institutionelle Arrangements) entwickeln können. Ein diese Prozesse erfassendes Instrumentarium für die empirische Analyse wurde auf der Grundlage von Theorien des Sozialkonstruktivismus entwickelt (vgl. Abb.).


Ausgangspunkt für dieses Forschungsvorhaben bildet die Annahme, dass der deutsch-polnische Grenzraum ein Terrain darstellt, auf dem aufgrund des unmittelbaren Kontakts bzw. des Zusammentreffens unterschiedlicher Wissen-(schaft-)skulturen wichtige Lernprozesse ablaufen und damit Wissen generiert wird, wie diese Vielfalt fruchtbar gemacht werden kann. Dieses Wissen kann zu einer sozialen (Re-)Konstruktion europäischer Räume beitragen und ist für europäische Integrationsprozesse von hohem Nutzen. Die Untersuchung dieser Prozesse erfolgt anhand zweier unterschiedlicher, sich jedoch ergänzender Forschungskomplexe:

Im ersten Komplex werden die internen Kommunikations- und Interaktionsprozesse bei deutsch-polnischen grenzüberschreitenden Hochschulkooperationen untersucht. Es interessieren vor allem die Probleme bei der alltäglichen Zusammenarbeit sowie damit verbundene Lernprozesse, wenn zwei Institutionen mit unterschiedlichen nationalen Regelsystemen und Bildungstraditionen aufeinander stoßen. Forschungsheuristisch von besonderem Interesse sind die sich entwickelnden Hybridformen von Regeln und Strukturen, die sich als neue institutionelle Arrangements herausbilden, um die grenzüberschreitende Hochschulzusammenarbeit zu bewältigen. Ein weiteres Forschungsziel ist es, zu prüfen, ob und inwieweit die Ergebnisse auf andere (ost)-europäische Grenzräume übertragen und für die Entwicklung eines gemeinsamen “Europäischen Hochschul- und Wissensraums“ fruchtbar gemacht werden können.

Der zweite Komplex richtet den Forschungsfokus auf die externen Kommunikations- und Interaktionsprozesse der Hochschulen in ihrem regionalen (sozialen, ökonomischen und politischen) Umfeld im deutsch-polnischen Grenzraum. Auch hier interessieren besonders die organisatorischen und institutionellen Lernprozesse, die sich nun jedoch insbesondere auf die als „third mission“ bezeichnete Aufgabe von Universitäten – nämlich auf die regionale Dimension der Hochschulzusammenarbeit – beziehen. Dabei werden verschiedene Dimensionen von externen Beziehungen der Hochschulen in der jeweiligen Grenzregion in den Blick genommen. Ihnen wird in der gegenwärtigen Debatte über die Zukunftsfähigkeit der Hochschulen in einem gemeinsamen Europäischen Hochschulraum eine besondere Bedeutung zugemessen.

In diesem Forschungsvorhaben wird handlungsrelevantes Wissen für europäische Integrationsprozesse generiert, welches für die praktische Politik fruchtbar gemacht werden kann. Zum anderen wird ein Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Theoriebildung im Bereich interkulturelles Lernen, transkulturelle/-nationale Institutionenforschung sowie zur Erforschung der Prozesse ‚alltäglicher Regionalisierungen’ aus einer sozialkonstruktivistischen Perspektive geleistet.

BorderUni
From German-Polish Border Space to a European Landscape of Knowledge:
Institutional Learning within Transborder University Collaboration and its Contribution to European Integration.

Funded by The German-Polish Research Foundation (GPRF)

Project partner: Prof. Dr. Marek Kwiek, Center for Public Policy Studies an der Adam Mickiewicz-Universität Poznań (cpp.amu.edu.pl/BorderUni.htm)

Project coordinator: Dr. Heidi Fichter-Wolf

Duration: 09/2010 – 08/2012

Referring to theories of the social construction of reality borders as well as border spaces are regarded as socially constructed and a product of human interaction.

This project aims to study the specific role of cross-border university collaboration at the German-Polish border and their contribution for European integration on the regional level and in the context of the notion of a joint Europe of knowledge. The assumption is that the German-Polish border provides specific context conditions for learning processes between the different knowledge cultures. While different cultures meet in close contact learning processes may take place with the opportunity to develop knowledge about the process how one can cope with cultural based differences and how diversity of cultures could be made fruitful for European integration. Of special interest are the processes of how new bilateral institutional arrangements evolve between the collaborating universities on the one hand and with and within their regional environment (especially the regional economy) on the other hand. Based on our own former research in this area we assume: institution building in cross-border resp. transnational contexts is going through an iterative process of new perceptions, customs and habitual routines and may develop to new informal and formal rules and institutional arrangements. A conceptual framework referring to theories of social constructivism will serve for empirical analysis (see figure).

The research will be approached from two different but interrelating perspectives:

One focus is on the internal interaction processes of Polish-German cross-border collaborations with their ‘clashes’ of different institutional systems and academic cultures. The research concentrates on learning processes within every day procedures and investigates how new institutional arrangements may evolve. Of special interest are the hybrids of rules and structures which develop as new institutional arrangements in order to manage the cooperation process. The importance of these findings will be assessed in the wider context of European integration in higher learning: Which knowledge of intercultural learning can be transferred to the development of the European Higher Education Area and the notion of a joint Europe of knowledge?

The other focus will be on external contacts and interaction processes of the cross-border universities in their regional environment. The processes of institutional learning and institution building will be looked upon with concern of the so called „third mission“ of universities – their regional mission in the German-Polish border area. The project will study several selected dimensions of external relations of the collaborating universities which seem of critical importance in current debates on the future roles of universities in the debates within emergent European Higher Education Area.

The objectives of the project are twofold: 1. To provide knowledge for the European integration process in higher learning and regional development on a practical level and 2. to contribute to social science research and theory on intercultural learning and transnational institution building.

 

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