BMBF-Programm „Spitzenforschung und Innovation in den neuen Ländern“
Projektleitung: PD Dr. Gabriela Christmann
Projektbearbeitung: Karsten Balgar, Dr. Heidi Fichter-Wolf, Thorsten Heimann, Nicole Mahlkow
Laufzeit: 12/2009 – 12/2012
Im Rahmen des PROGRESS-Themenbereichs „Governance-Strukturen“ untersucht das IRS öffentliche Diskurse wie auch Experteneinschätzungen zu den gesellschaftlich wahrgenommenen Bedrohungen durch Klimarisiken. Über eine standardisierte Delphi-Befragung von Experten werden außerdem Prognosen über Erfolg versprechende Maßnahmen der Resilienzbildung erstellt. Der Themenbereich Governance-Strukturen fokussiert dabei gesellschaftliche und politisch-administrative Grundlagen der Risikobearbeitung von Naturgefahren und geht der Frage nach, wie die Bedrohungen sowohl institutionell als auch inhaltlich (regulativ) bewältigt werden können. Damit wird in dem Themenbereich gefragt nach den gesellschaftlichen Wahrnehmungen zur Vulnerabilität jener Risiken und nach den politisch-administrativen Verarbeitungsvarianten, nach denen geowissenschaftliche Expertise Eingang in politisch-administrative Entscheidungsprozesse findet. Der Rolle wissenschaftlicher Erkenntnis kommt im Bereich der Geo- und Klimarisiken sowie hinsichtlich der Einschätzungen von Experten verschiedener gesellschaftlicher Bereiche zur Vulnerabilität und den Möglichkeiten der aktiven Resilienzbildung besondere Bedeutung zu. Ziel ist es, institutionell informierte Handlungsempfehlungen zur Verarbeitung von Klima- und Georisiken zu entwickeln, die auf andere politisch-administrative bzw. gesellschaftliche Systeme übertragbar sind.
Schwerpunkt der Untersuchungen werden Gefährdungen vor allem aufgrund des Klimawandelns und der damit verbundenen Folgen, insbesondere im Bereich der Küstenregionen von Nord- und Ostsee bilden. Mit dieser sozialwissenschaftlichen Perspektive greift der Themenbereich ein zentrales Motiv für die Durchführung des PROGRESS Forschungsvorhabens auf, da es die gesellschaftlichen und politisch-administrativen Grundlagen der Risikobearbeitung analysiert und auf diese Weise geowissenschaftliche Erkenntnisse mit politischen und gesellschaftlichen Wahrnehmungen und Entscheidungen verknüpft.
Methodisch arbeitet das Projekt mit einem Design der vergleichenden Mehrebenenanalyse und führt zum einen Länder vergleichend eine web-basierte Fragebogenuntersuchung, eine Software-unterstützte Dokumentenanalyse, eine Netzwerkanalyse zweier „Risiko-Netzwerke“ sowie semi-strukturierte Experteninterviews durch. Zum anderen wird eine wissenssoziologische Diskursanalyse für deutsche Printmedien sowie eine postalische Expertenbefragung nach der Delphi-Methode durchgeführt.