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Suburbanisierung im 21. Jahrhundert

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Forschungsabteilung 3

Suburbanisierung im 21. Jahrhundert - Stadtregionale Entwicklungstendenzen des Wohnens und Wirtschaftens

Auftraggeber: DFG

Kooperationspartner: TU Hamburg-Harburg

Projektleitung: Prof. Dr. Ulf Matthiesen

Projektbearbeitung: Henrik Gasmus, Toralf González, Gerhard Mahnken

Laufzeit: 12/2003-11/2005; Verlängerung: 03/2006-04/2007

Anliegen des Projekts war es, blinde Flecken der bisherigen Suburbanisierungsforschung auszuleuchten und die gesellschaftlichen, wirtschaftsstrukturellen und fiskalischen Strukturen und Entwicklungsdynamiken suburbaner Räume mit komplexeren Modellen zu erklären. Ein weiteres Anliegen bestand darin, die unterschiedlichen Pfade innerhalb der Suburbanisierungsforschung zusammenzuführen, um somit die bestehenden Wechselwirkungen zwischen den Forschungsfeldern „Wohnen“, „Arbeiten“ und „Fiskalische Effekte“ verstehen und analysieren zu können. Dabei verfolgte das Forschungsvorhaben drei aufeinander aufbauende Zieldimensionen:

  • Aufbereitung des strukturellen Rahmens von Suburbanisierungsprozessen in den Referenzregionen Hamburg und Berlin-Potsdam,
  • Qualitative und quantitative Analyse der Suburbanisierungsprozesse in den Regionen und in ausgewählten Gemeinden in Suburbia,
  • „Entzifferung“ der Trendüberlagerungen und Einschätzung von Handlungstypologien unterschiedlicher Akteure in lokalen Governance-Prozessen und verschiedenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die empirische Arbeit der Forschungsfelder zum „Wohnen“ in den Untersuchungsgemeinden hatte ihren Kern in systematisch ausgewählten problemzentrierten Interviews. Im Fokus der Kontrastfälle standen dabei Familien, die aus der Großstadt in die suburbane Gemeinde und dort vielfach in ein Eigenheim gezogen waren; daneben wurden weitere Kontrastgruppen in die empirische Arbeit einbezogen, sowohl unter den zugezogenen Bewohnern (z. B. getrennt lebende Familien und Bewohner von Geschosswohnungen) als auch unter altansässigen Haushalten (z. B. Landwirte und verschiedene die Gemeindeentwicklung über Jahre hinweg prägende Akteure; im Falle der Berliner Suburbia insbesondere ostdeutsche Suburbaniten-Gruppen). Abgerundet wurden die Fallbeispiele ebenfalls durch Interviews mit lokalen Experten.

Das Forschungsprojekt generierte Orientierungswissen zu dem Raumtypus der Suburbia, der bislang noch wenig differenziert beforscht ist, gleichwohl jedoch erhebliche Steuerungs- und Gestaltungsbedarfe aufweist. Diese betrafen z. B. die Bewältigung der dynamischen Wachstumsprozesse der Vergangenheit, der Auslastung der lokalen Infrastruktur sowie das Zusammenleben unterschiedlicher Bewohnergruppen und Milieus. Die vielschichtigen Strukturen und Entwicklungen der erstmals so differenziert vergleichend untersuchten Stadtregionen von Hamburg und Berlin-Potsdam zeigten sehr unterschiedliche Pfadausprägungen der Suburbanisierungsprozesse. Diese konnten mit der im Gesamtprojekt verfolgten Methodik von sowohl regionsweiten Analysen als auch vertiefend-exemplarischen kommunalspezifischen Dynamiken und Entwicklungsverläufen identifiziert werden. Auf der gemeindlichen Analyseebene stand dabei die zur Anwendung kommende Kombination aus quantitativen und qualitativen Methoden im Vordergrund. Mit Hilfe dieser Methodenverschränkung und der im Projekt vernetzten personellen Kompetenzen (Ökonomie, Finanzen, Sozialstrukturen, lokal-regionale Kulturformen, Governance-Kompetenzen) ließen sich diese vielschichtigen, zunächst nur „unübersichtlich“ erscheinenden Trends adäquat entschlüsseln und auf ihre Strukturierungslogiken hin analysieren. Von besonderer Relevanz erwies sich dabei, dass die exemplarisch auf Gemeindeebene herunter gebrochenen suburbanen Entwicklungsdynamiken genau markieren, wo neue Steuerungsfragen im suburbanen Raum aufbrechen. Diese wurden mit lokalen und regionalen Vertretern in den Kommunen und Regionen intensiv diskutiert und trugen damit zu einer Grundlage für zielgerichtetes raumbezogenes Handeln bei.

 

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