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Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz

 

Auftraggeber: Bundesamt für Bauen und Raumordnung (BBR) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW)

Projektlaufzeit: 08/2004 – 02/2007

Mit der Einrichtung der Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz am Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) hatte das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) die langjährige Forschungsbegleitung des IRS zum Programmbereich Städtebaulicher Denkmalschutz institutionalisiert, die dort bereits mit der Neueinrichtung des Städtebaulichen Denkmalschutzes als Teil der Bund-Länder-Städtebauförderung in den neuen Bundesländern im Jahre 1991 begonnen hatte. 

Zentrale Aufgaben der Bundestransferstelle am IRS waren der Informations-transfer im Programmnetzwerk und die weitere Forschungsbegleitung zum Städtebaulichen Denkmalschutz.

Projekthintergrund
Mit der planungspolitischen Hinwendung zur Innenstadtentwicklung war es in den neuen Bundesländern seit 1991 unter Einsatz eines enormen Finanzvolumens gelungen, eine Vielzahl baulich-räumlicher Strukturen in den historischen Innenstädten, die zuvor Verfall und Abriss ausgesetzt waren, dauerhaft zu sichern und zu bewahren. Die Erfolge konnten jedoch nicht über strukturelle Problemlagen hinweg täuschen, die sich für den Erhalt des historischen Bestandes im Kontext von Schrumpfungsprozessen, Funktionswandel und komplexen Restrukturierungserfordernissen abzeichneten. Zunehmend waren lokale Prozesse der Revitalisierung ins Stocken geraten und ließen Defizite erkennen.

Aufgaben der Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz
Die vielschichtigen Ursachen dafür ließen eine behutsame strategische Neuorientierung des Städtebaulichen Denkmalschutzes geboten erscheinen. Ausgehend von der These, dass die Nutzung von Denkmalen die beste Strategie der Denkmalpflege ist, stellte sich auch im Städtebaulichen Denkmalschutz die dringliche Frage nach tragfähigen Nutzungsstrukturen und geeigneten Strategien zur Revitalisierung der historischen Innenstädte.
Vor diesem Hintergrund verfolgte die Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz am IRS insbesondere folgende Fragestellungen und Aufgaben:

  • Auswertung von Planungsmaterialien mit Blick auf innovative Entwicklungskonzepte, Steuerungsinstrumente, Förderstrategien sowie Verfahren und Initiativen, die zur Erhaltung und Belebung historischer Stadtkerne beitragen.
  • Identifizierung und Aufbereitung von „Guten Beispielen“ in historischen Innenstädten, insbesondere für bauliche Lösungen, denkmalverträgliche Nutzungen und Eigentumsbildung.
  • Darstellung von Maßnahmen, mit denen die Entwicklung und Umsetzung neuer Nutzungskonzepte unterstützt und Hemmnisse überwunden werden können, sowie Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Leerstandsbeseitigung in historischen Innenstädten.
  • Entwicklung zweier Handlungsleitfäden, die sich an kommunale Stellen bzw. an private Eigentümer richten und Orientierung bei der Revitalisierung historischer Innenstädte bieten.  
  • Aufbau einer Projektdatenbank "Gute Beispiele“ zur Revitalisierung historischer Innenstädte und denkmalverträglichen Nutzung von Gebäuden in historischen Stadtkernen.

Der inhaltliche Fokus lag auf der Ermittlung, Bewertung, Auswahl und Dokumentation von tragfähigen Innenstadtnutzungen, auch im Sinne substanzerhaltender Zwischenlösungen, sowie von kreativen Ansiedlungsaktivitäten, Verfahren und Strukturen, die einen Beitrag zur Revitalisierung der historischen Innenstädte leisten konnten.



Leerstand Zentra Abriss

Fortführung und Erweiterung der Diskurse zum Städtebaulichen Denkmalschutz
Der Informationstransfer im Kontext des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz rekurriert wesentlich auf ein Netzwerk von Akteuren, die im Städtebaulichen Denkmalschutz engagiert sind, sowie auf einen institutionellen und prozessualen Rahmen, in den der Austausch eingebunden ist.
Zentrales Element ist die Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz: Sie unterstützt den Prozess der Erhaltung und Weiterentwicklung historischer Städte, indem sie - ggf. unter Einbeziehung wissenschaftlicher Expertise - stadtentwicklungspolitische Fragen im Kontext der Programmintention reflektiert, die Ergebnisse des Erneuerungsprozesses evaluiert und Fortschreibungsbedarfe definiert.
Zudem erarbeitet die Expertengruppe für ausgewählte Städte lokale Handlungsempfehlungen. Ihre regelmäßigen Expertentagungen, von der Bundestransferstelle am IRS konzeptionell vorbereitet und organisiert, dienten dem Austausch mit Bundes- und Landesministerien, Denkmalpflegeinstitutionen, Kommunen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.

Mit der jährlichen Kongressreihe „Städtebaulicher Denkmalschutz“ und anderen Veranstaltungen, die ebenfalls von der Bundestransferstelle am IRS konzeptionell vorbereitet und wissenschaftlich ausgewertet wurden, konnte eine Vielzahl handelnder Akteure angesprochen werden. Im Vordergrund stand dabei der Erfahrungsaustausch und die gemeinsame Entwicklung von Strategien, zugleich aber auch die Rückkopplung kommunaler Erfahrungen im Sinne Guter Beispiele, die für die erfolgreiche Prozesssteuerung unerlässlich waren.

Die Bundestransferstelle am IRS führte die wissenschaftliche Begleitung und organisatorische Betreuung des bestehenden Programmnetzwerks und der Expertengruppe aus. Darin eingeschlossen waren auch die Konzeption und Redaktion der Publikationsreihe „Informationsdienste Städtebaulicher Denkmalschutz“ im Auftrag des BMVBS. Zur Beschleunigung des Wissenstransfers wurde dieses langjährige Informationsmedium durch die Bundestransferstelle am IRS erstmals ergänzt durch:

  • den Aufbau und die Pflege einer (barrierefreien) Internet-Plattform sowie
  • den Aufbau und die Pflege einer Projektdatenbank mit „Guten Beispielen“ zu ausgewählten Handlungsfeldern des Städtebaulichen Denkmalschutzes.

Die erfolgreiche Bewältigung der aufgezeigten aktuellen Fragestellungen des Städtebaulichen Denkmalschutzes setzte nicht zuletzt stetige Lernprozesse voraus. Mit der Erfassung, Auswahl, Aufbereitung und Kommunikation relevanter Wissens- und Informationsbestände konnte die Bundestransferstelle am IRS auch einen wichtigen Beitrag zur Aktivierung solcher Lernprozesse leisten.

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Kontakt im IRS:

Dr. Jan Prömmel

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