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Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz

 

Auftraggeber: Bundesamt für Bauen und Raumordnung (BBR) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW)

Projektlaufzeit: 08/2004 – 03/2008

Die Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz am Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) wurde im August 2004 im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) eingerichtet und mit Aufgaben des Informationstransfers und der Forschungsbegleitung zum Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz betraut.

Aufgaben der Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz

Mit der planungspolitischen Hinwendung zur Innenstadtentwicklung ist es in den neuen Bundesländern seit 1991 unter Einsatz eines enormen Finanzvolumens gelungen, eine Vielzahl baulich-räumlicher Strukturen in den historischen Innenstädten, die zuvor Verfall und Abriss ausgesetzt waren, dauerhaft zu sichern und zu bewahren.

Die erzielten Erfolge bei der baulichen Erneuerung und Aufwertung historischer Innenstädte dürfen jedoch nicht über die entwicklungspolitisch bedeutsamen Probleme hinweg täuschen, die sich derzeit bei der einher gehenden nutzungsstrukturellen Entwicklung im Kontext von Schrumpfungsprozessen, Funktionswandel und komplexen Restrukturierungserfordernissen abzeichnen. Trotz der schwierigen Ausgangssituation der ostdeutschen Innenstädte haben sich zwar mitunter tragfähig erscheinende Ansätze ausgebildet, vielerorts sind die Prozesse der Revitalisierung aber ins Stocken geraten und weisen erkennbare Defizite auf.
Die vielschichtigen Ursachen dafür lassen eine behutsame strategische Neuorientierung geboten erscheinen. Ausgehend von der These, dass die Nutzung von Denkmalen die beste Strategie der Denkmalpflege ist, stellt sich auch im Städtebaulichen Denkmalschutz die dringliche Frage nach tragfähigen Nutzungsstrukturen und geeigneten Strategien zur Revitalisierung der historischen Innenstädte. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz folgende Fragestellungen und Aufgaben:

  • Auswertung von Planungsmaterialien mit Blickrichtung auf innovative Entwicklungskonzepte, Steuerungsinstrumente, Förderstrategien sowie Verfahren und Initiativen, die zur Erhaltung und Belebung historischer Stadtkerne beitragen.
    Identifizierung und Aufbereitung von „guten Beispielen“ in historischen Innenstädten, insbesondere für bauliche Lösungen, denkmalverträgliche Nutzungen und Eigentumsbildung.
    Darstellung von Maßnahmen, mit denen die Entwicklung und Umsetzung neuer Nutzungskonzepte unterstützt und Hemmnisse überwunden werden können, sowie Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Leerstandsbeseitigung in historischen Innenstädten.
  • Entwicklung eines kommunalen Leitfadens zur Revitalisierung historischer Innenstädte sowie Erarbeitung von planungspolitischen Empfehlungen.
  • Aufbau einer Projektdatenbank "Gute Beispiele“ zur Revitalisierung historischer Innenstädte und denkmalverträglichen Nutzung von Gebäuden in historischen Stadtkernen.

Der inhaltliche Fokus liegt auf der Ermittlung, Bewertung, Auswahl und Dokumentation von tragfähigen Innenstadtnutzungen, auch im Sinne substanzerhaltender Zwischenlösungen, sowie von kreativen Ansiedlungsaktivitäten, Verfahren und Strukturen, die einen Beitrag zur Revitalisierung der historischen Innenstädte leisten können.

 

Leerstand Zentra Abriss

 

Fortführung und Erweiterung der Diskurse zum Städtebaulichen Denkmalschutz

Der Informationstransfer im Kontext des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz rekurriert wesentlich auf ein stetig entwickeltes Netzwerk von Akteuren, die im Städtebaulichen Denkmalschutz engagiert sind, sowie einen institutionellen und prozessualen Rahmen, in den der Austausch eingebunden ist.
Zentrales Element ist die Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz. Sie unterstützt den Prozess der Erhaltung und Weiterentwicklung historischer Städte, indem sie, ggf. unter Einbeziehung wissenschaftlicher Expertise, stadt-entwicklungspolitische Fragen im Kontext der Programmintention reflektiert, die Ergebnisse des Erneuerungsprozesses evaluiert und Fortschreibungsbedarfe definiert.

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Zudem erarbeitet die Expertengruppe für ausgewählte Städte lokale Handlungsempfehlungen. Regelmäßige Tagungen, von der Transferstelle konzeptionell vorbereitet und organisiert, dienen dem Austausch mit Bundes- und Landesministerien, Denkmalpflegeinstitutionen, Kommunen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.
Mit dem Kongress Städtebaulicher Denkmalschutz und anderen Veranstaltungen, ebenfalls von der Transferstelle konzeptionell vorbereitet und wissenschaftlich ausgewertet, wird zudem eine Vielzahl handelnder Akteure angesprochen. Im Vordergrund steht der Erfahrungsaustausch und die gemeinsame Entwicklung von Strategien, die zugleich ein Feedback geben, das für die erfolgreiche Prozesssteuerung unerlässlich ist.

Die Transferstelle setzt die wissenschaftliche Begleitung und organisatorische Betreuung des bestehenden Netzwerks und der Expertengruppe fort. Auch die bisherigen Medien, z.B. die „Informationsdienste Städtebaulicher Denkmalschutz“, werden beibehalten. Erweiterungsbedarf zeigt sich im Bereich eines kontinuierlichen, schnellen und öffentlichkeitswirksamen Informationsflusses und zeitgemäßen Wissenstransfers. Dies bezieht sich vor allem auf die Beschleunigung des Transfers und die Einrichtung einer Informationsvermittlung für eine breite interdisziplinäre Akteursöffentlichkeit. Die bewährten Instrumente des Transfers werden daher ergänzt durch:

  • den Aufbau und die Pflege einer (barrierefreien) Internet-Plattform,
  • den Aufbau und die Pflege einer Projektdatenbank mit „guten Beispielen“ zu ausgewählten Themen des Städtebaulichen Denkmalschutzes.

Die erfolgreiche Bewältigung der aufgezeigten aktuellen Fragestellungen des städtebaulichen Denkmalschutzes stellt für ihre Akteure eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, die stetige Lernprozesse voraussetzt. Mit der Erfassung, begründeten Auswahl, Aufbereitung und Kommunikation relevanter Wissens- und Informationsbestände wird die Transferstelle in den kommenden zwei Jahren einen Beitrag zur möglichen Aktivierung solcher Lernprozesse leisten.

Kontakt im IRS:

Dr. Jan Prömmel

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