Projektteam: Prof. Dr. Hans-Joachim Bürkner, Eric Tenz
In der Abteilung 4 „Regenerierung schrumpfender Städte“ des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), Erkner, wurde Anfang März 2004 das Gutachten „Der demographische Wandel und seine Konsequenzen für Wohnungsnachfrage, Städtebau und Flächennutzung“ abgeschlossen.
Dieses Gutachten wurde im Auftrag des Deutschen Bundestages für
das Büro für Technikfolgenabschätzung (TAB) beim Deutschen
Bundestag erstellt. Das TAB erarbeitet derzeit im Rahmen des Projekts „Reduzierung
der Flächeninanspruchnahme – Ziele, Maßnahmen, Wirkungen” politische
Handlungsempfehlungen, die dazu beitragen sollen, das von der Bundesregierung
im Jahr 2002 formulierte Ziel der Beschränkung des Zuwachses der
Siedlungs- und Verkehrsflächen bis 2020 auf 30 ha/Tag zu verwirklichen.
Vor diesem Hintergrund erhielt das IRS im September 2003 den Zuschlag,
in einem Gutachten die Auswirkungen des demographischen Wandels auf Wohnungsnachfrage,
Städtebau und Flächennutzung darzulegen. Prof. Dr. Hans-Joachim
Bürkner, Olaf Berger, Christian Luchmann und Eric Tenz haben daher
in den vergangenen Monaten
Das Gutachten gliedert sich in vier Teile. Im Kapitel 1 werden anhand der Sekundäranalyse einschlägiger Literatur die aktuellen Trends und die prognostizierte demographische Entwicklung für die Bundesrepublik erläutert. Das Kapitel gibt einen Überblick über die neuesten quantitativen Forschungserkenntnisse und Prognosen zur Entwicklung der Bevölkerungszahl und der Altersstruktur.
Im zweiten Kapitel des Gutachtens wird - ebenfalls auf Basis einer Sekundäranalyse - skizziert, welche Regionen in der Bundesrepublik künftig mit Bevölkerungszuwächsen bzw. -rückgängen zu rechnen haben und in welchen Regionen sich Alterungsprozesse beschleunigt vollziehen. Diese quantitative Untersuchung unterscheidet zwischen den drei Raumkategorien „Agglomerationsräume“, „verstädterte Räume“ und „ländliche Räume“ in Ost- und Westdeutschland, da die Bevölkerungsdynamik und die Siedlungsentwicklung in den einzelnen Teilräumen Deutschlands deutliche Unterschiede aufweist. Diese Einordnung bietet einen ersten Anhaltspunkt für die voraussichtliche künftige Bevölkerungsentwicklung der Kommunen.
Im dritten Kapitel - dem Hauptbestandteil des Gutachtens – wird eine Abschätzung der Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Flächeninanspruchnahme vorgenommen. Zudem werden die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Wohn-, Büro und Gewerbeflächenentwicklung, soziale und kulturelle Einrichtungen sowie Stadttechnik und Verkehrsinfrastruktur kurz angerissen, mit dem Ziel, diese hinsichtlich ihrer Bedeutung für die künftige Flächeninanspruchnahme zu beurteilen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Auswirkungen auf die Wohnflächenentwicklung, da diese einen besonders großen Einfluss auf die Flächenbedarfe haben; die übrige baulich-räumliche Entwicklung ist unter dem Gesichtspunkt der zusätzlichen Flächeninanspruchnahme durch den demographischen Wandel von nachrangiger Bedeutung. Zu dem oben genannten Themenkomplex wurden zum einen vorliegende wissenschaftliche Untersuchungen herangezogen und ausgewertet. Zum anderen wurden leitfadengestützte Expertengespräche geführt, um die Ergebnisse der Sekundäranalysen praxisnah ergänzen und überprüfen zu können.
Im Kapitel 4 werden Good-Practice-Beispiele dargestellt, die konkret
an den demographisch bedingten Auswirkungen auf die baulich-räumliche
Entwicklung und die Flächeninanspruchnahme ansetzen. Zudem wird ein Überblick über
wichtige Instrumente zur Bewältigung der baulich-räumlichen
Folgen des demographischen Wandels und zur Reduzierung der weiteren Flächeninanspruchnahme
gegeben. In methodischer Hinsicht stützt sich dieser Untersuchungsteil
neben der Auswertung der verfügbaren Sekundärliteratur auf die
durchgeführten Expertengespräche.
Kontakt im IRS:
Prof. Dr. Hans-Joachim Bürkner