Finanzierung aus dem Sechsten EU-Forschungsrahmenprogramm
SIXTH FRAMEWORK PROGRAMME
PRIORITY 7
4.2.1 New Borders, New Visions of Neighbourhood
Projektlaufzeit: 05/2006 bis 07/2009
Projektteam: Dr. James Scott, János Büchner
1. Projektkontext
Mit der Aufnahme zehn neuer Mitgliedstaaten im Jahr 2004 und dem
bereits beschlossenen Beitritt Bulgariens und Rumäniens setzte die Europäische
Union ihre stetige Erweiterung fort. Neben der teils emotional
diskutierten Frage, wie die Grenzen Europas verlaufen, mit welchen Nachbarn
die EU-Bürger für einen EU-Beitritt ausreichend kulturelle Gemeinsamkeiten
haben und welche Länder entsprechend Kandidaten sein können,
wird jedoch auch die zunehmende Handlungsunfähigkeit der EU aufgrund
der wachsenden Zahl unterschiedlicher nationaler Partikularinteressen,
dem hohen Grad an Interdependenz zwischen den Mitgliedstaaten aufgrund
der bisherigen Integration, und nicht mehr geeigneter Entscheidungsprozesse
kritisiert. Beitrittsambitionen weiterer Länder werden daher sehr
kontrovers diskutiert und stoßen zunehmend auf Ablehnung. Hieraus
resultiert die Frage, wie die Beziehungen der EU zu ihren Nachbarn gestaltet
werden können, die in absehbarer Zeit keine Beitrittsperspektive
haben werden.
Mit der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) im Allgemeinen und
dem Konzept ‘Wider Europe’ hat die Europäische Kommission
als Beitrittsalternative eine weitgehende Vorstellung von regionaler Nachbarschaft
formuliert, die “über Kooperation hinausgeht, um ein bedeutendes
Maß an Integration zu erreichen.“ Die EU sieht in dieser neuen
Dimension regionalen Austauschs und regionaler Wechselwirkungen einen “enormen
Gewinn für alle Beteiligten aufgrund wachsender Stabilität,
Sicherheit und Wohlstand“.
2. Projektbeschreibung
EUDIMENSIONS strebte an, die Auswirkungen dieser neuen geopolitischen
Zusammenhänge und Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende
Zusammenarbeit und politische Beziehungen zwischen der EU und ihren Nachbarstaaten
zu identifizieren und zu verstehen. Genauer: Im Rahmen des Projekts wurde
das Entstehen einer politischen Öffentlichkeit untersucht, die sich
durch Kooperations-Initiativen und durch sich verändernde politische
Diskurse manifestiert, die Communities und Gruppen über nationale
Grenzen und Außengrenzen der EU hinweg miteinander verbinden.
EUDIMENSIONS hat dies anhand der Analyse von Kooperationsprozessen
zwischen zivilgesellschaftlichen Gruppen und den vielschichtigen Kontexten,
in denen sie agieren, umgesetzt. Fallstudien haben sich sowohl auf spezifische
Communities als auch auf grenzüberschreitende Netzwerke konzentriert,
die oft über lokale, regionale und nationale Ebenen hinaus agieren,
um ihre Ziele zu verwirklichen.
EUDIMENSIONS hat regionale, soziale und politische Entwicklung als
zentrale Handlungsfelder der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
untersucht. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei sozialen, kulturellen
und ‚Gender’-Themen zuteil.
3. Ziele des Projekts:
4. Fallstudien
Im Rahmen des Projekts wurden zivilgesellschaftliche Kooperationsprozesse in neun Fallstudien in verschiedenen Außen-Grenzregionen der Europäischen Union durchgeführt. Hierbei handelte es sich um
Als weiteres Untersuchungsgebiet für eine Referenzstudie von geringerem Umfang wurde
5. Workshops
Im Verlauf des Projekts fanden lokale Workshops mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren und ihren Interessenvertretern vor Ort statt, die einerseits dem Informationsgewinn der am Projekt beteiligten Forschungsinstitutionen dienten und andererseits den Akteuren selbst ein Forum für den Informationsaustausch bieten sollten. Gleichermaßen fanden regelmäßige Workshops der Projektpartner statt, um die wissenschaftliche Arbeit abzustimmen und zu koordinieren.
6. Ergebnisse
Neben dem wissenschaftlichen
Erkenntnisinteresse konnte insbesondere der Informationsbedarf der grenzüberschreitend
tätigen
Akteure, ihrer Interessenvertreter vor Ort, der NGOs und der Europäischen
Kommission gedeckt werden.
Die Ergebnisse des Projektes wurden in verschiedenen Working Papers, Newsletters sowie einem Final Project Report zusammengeführt. Diese sind unter www.eudimensions.org abrufbar.
7. Konsortium
Das EUDIMENSIONS-Konsortium bestand aus folgenden Projektpartnern:
Ansprechpartner: