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Druckversion von www.irs-net.de/forschung/forschungsabteilung-4/eudimensions/ (Datum: 17.05.2012 08:14:41)

Forschungsabteilung 4

EUDIMENSIONS

Local Dimensions of a Wider European Neighbourhood: Developing Political Community through Practices and Discourses of Cross-Border Co-operation

Finanzierung aus dem Sechsten EU-Forschungsrahmenprogramm
SIXTH FRAMEWORK PROGRAMME
PRIORITY 7
4.2.1 New Borders, New Visions of Neighbourhood

 

Projektlaufzeit: 05/2006 bis 07/2009

Projektteam: Dr. James Scott, János Büchner

1. Projektkontext

Mit der Aufnahme zehn neuer Mitgliedstaaten im Jahr 2004 und dem bereits beschlossenen Beitritt Bulgariens und Rumäniens setzte die Europäische Union ihre stetige Erweiterung fort. Neben der teils emotional diskutierten Frage, wie die Grenzen Europas verlaufen, mit welchen Nachbarn die EU-Bürger für einen EU-Beitritt ausreichend kulturelle Gemeinsamkeiten haben und welche Länder entsprechend Kandidaten sein können, wird jedoch auch die zunehmende Handlungsunfähigkeit der EU aufgrund der wachsenden Zahl unterschiedlicher nationaler Partikularinteressen, dem hohen Grad an Interdependenz zwischen den  Mitgliedstaaten aufgrund der bisherigen Integration, und nicht mehr geeigneter Entscheidungsprozesse kritisiert. Beitrittsambitionen weiterer Länder werden daher sehr kontrovers diskutiert und stoßen zunehmend auf Ablehnung. Hieraus resultiert die Frage, wie die Beziehungen der EU zu ihren Nachbarn gestaltet werden können, die in absehbarer Zeit keine Beitrittsperspektive haben werden.
Mit der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) im Allgemeinen und dem Konzept ‘Wider Europe’ hat die Europäische Kommission als Beitrittsalternative eine weitgehende Vorstellung von regionaler Nachbarschaft formuliert, die “über Kooperation hinausgeht, um ein bedeutendes Maß an Integration zu erreichen.“ Die EU sieht in dieser neuen Dimension regionalen Austauschs und regionaler Wechselwirkungen einen “enormen Gewinn für alle Beteiligten aufgrund wachsender Stabilität, Sicherheit und Wohlstand“.


2. Projektbeschreibung

EUDIMENSIONS strebte an, die Auswirkungen dieser neuen geopolitischen Zusammenhänge und Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und politische Beziehungen zwischen der EU und ihren Nachbarstaaten zu identifizieren und zu verstehen. Genauer: Im Rahmen des Projekts wurde das Entstehen einer politischen Öffentlichkeit untersucht, die sich durch Kooperations-Initiativen und durch sich verändernde politische Diskurse manifestiert, die Communities und Gruppen über nationale Grenzen und Außengrenzen der EU hinweg miteinander verbinden.
EUDIMENSIONS hat dies anhand der Analyse von Kooperationsprozessen zwischen zivilgesellschaftlichen Gruppen und den vielschichtigen Kontexten, in denen sie agieren, umgesetzt. Fallstudien haben sich sowohl auf spezifische Communities als auch auf grenzüberschreitende Netzwerke konzentriert, die oft über lokale, regionale und nationale Ebenen hinaus agieren, um ihre Ziele zu verwirklichen.
EUDIMENSIONS hat regionale, soziale und politische Entwicklung als zentrale Handlungsfelder der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit untersucht. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei sozialen, kulturellen und ‚Gender’-Themen zuteil.


3. Ziele des Projekts:

  • die Auswirkungen neuer europäischer geopolitischer Zusammenhänge auf grenzüberschreitende zivilgesellschaftliche Kommunikation, Interaktion und gegenseitige Einwirkung besser zu verstehen.
  • zivilgesellschaftliche Kooperationsprozesse, die vielschichtigen Kontexte innerhalb derer sie sich abspielen und die Rolle der EU als Einflussnehmer in ihrer Nachbarschaft zu analysieren.
  • bisherige, bestehende und entstehende Formen der Konfiktprävention, kollektiven Handelns und Problemlösungsstrategien an den neuen Außenrändern der EU zu untersuchen.
  • herauszufinden, wie sozialer Erfahrungsschatz und Energien als positive Ressourcen für regionale Zusammenarbeit und regionale Entwicklung mobilisiert werden können (beispielsweise im Sinne von ‚good practices’).
  • herauszufinden, wie die integrative Rolle der EU anhand von Diskursen, Politiken und unterstützenden Maßnahmen verstärkt werden kann.

 

4. Fallstudien

Im Rahmen des Projekts wurden zivilgesellschaftliche Kooperationsprozesse in neun Fallstudien in verschiedenen Außen-Grenzregionen der Europäischen Union durchgeführt. Hierbei handelte es sich um

  • die finnisch-russische,
  • die estnisch-russische,
  • die polnisch-russische Grenze nach Kaliningrad (Königsberg),
  • die polnisch-ukrainische,
  • die ungarisch-ukrainische,
  • die rumänisch-moldawische und
  • die griechisch-türkische Grenze, die in zwei separaten Studien, sowohl von einem griechischen, als auch von einem türkischen Institut untersucht wurde.

Als weiteres Untersuchungsgebiet für eine Referenzstudie von geringerem Umfang wurde

  • die spanisch-marokkanische Grenzregion ausgewählt.

 

5. Workshops

Im Verlauf des Projekts fanden lokale Workshops mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren und ihren Interessenvertretern vor Ort statt, die einerseits dem Informationsgewinn der am Projekt beteiligten Forschungsinstitutionen dienten und andererseits den Akteuren selbst ein Forum für den Informationsaustausch bieten sollten. Gleichermaßen fanden regelmäßige Workshops der Projektpartner statt, um die wissenschaftliche Arbeit abzustimmen und zu koordinieren.


6. Ergebnisse

Neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse konnte insbesondere der Informationsbedarf der grenzüberschreitend tätigen Akteure, ihrer Interessenvertreter vor Ort, der NGOs und der Europäischen Kommission gedeckt werden.
Die Ergebnisse des Projektes wurden in verschiedenen Working Papers, Newsletters sowie einem Final Project Report zusammengeführt. Diese sind unter www.eudimensions.org abrufbar.

7. Konsortium

Das EUDIMENSIONS-Konsortium bestand aus folgenden Projektpartnern:

  • Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS). Erkner (bei Berlin)
    (Projektkoordination)
    Ansprechpartner: Dr. James W. Scott & János Büchner
  • Queen’s University Belfast, Center for International Borders Research. Northern Ireland
    Ansprechpartner: Prof. Liam O’Dowd & Bohdana Dimitrovova
  • University of Tartu, Department of Political Science. Estonia
    Ansprechpartner: Prof. Dr. Eiki Berg & Dr. Piret Ehin
  • University of Thessaly, Department of Planning and Regional Development. Volos, Greece
    Ansprechpartner: Prof. George Petrakos & Lefteris Topaloglou
  • Middle East Technical University, Center for Black Sea and Central Asia Studies. Ankara, Turkey
    Ansprechpartner: Dr. Ayça Ergun Özbolat
  • “Al.I.Cuza” University, Faculty of Philosophy, Department of Sociology and Social Work. Iasi, Romania
    Ansprechpartner: Dr. Daniela Soitu & Dr. Contiu Soitu
  • University of Joensuu, Karelian Institute. Finland
    Ansprechpartner: Dr. Ilkka Liikanen & Dr. Heikki Eskelinen
  • Centre for Regional Studies of the Hungarian Academy of Sciences. Pécs, Hungary
    Ansprechpartner: Prof. Dr. Ilona Kovács Palné, Dr. Zoltán Raffay, Dr. Zoltán Hajdú
  • University of Gdansk, Department of Economic Geography. Poland
    Ansprechpartner: Prof. Dr. Iwona Sagan & Wojciech Dabrowski
  • Radboud University Nijmegen, Nijmegen Center of Border Research. Netherlands
    Ansprechpartner: Dr. Henk J. van Houtum


Ansprechpartner:

Dr. James Scott

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