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Netzwerkkonferenz: 12.-13.10.2012 Mannheim
Call for Papers

Druckversion von www.irs-net.de/forschung/forschungsabteilung-4/kapitalmaerkte/ (Datum: 17.05.2012 08:15:29)

Forschungsabteilung 4

Immobilien- und Kapitalmärkte

Projekt im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation der Leibniz-Gemeinschaft

Projektlaufzeit:
01/2009-12/2011

Projektleitung: Dr. Hanna Sommer

Projektbearbeitung: Dipl.-Geogr. Kristin Kaufmann

Projekt- und Kooperationspartner:

Projektpartner in der Leibnizgemeinschaft:

  • Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW), Mannheim (Federführung)
  • Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), Erkner
  • Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR), Dresden

Kooperationspartner außerhalb der Leibnizgemeinschaft:

  • Mannheimer Forschungsinstitut Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA), Prof. Axel Börsch-Supan, Ph.D.
  • Universität Cambridge, Dept. of Land Economy, Dr. Shaun Bond
  • Institut für Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialrecht, Universität Münster, Prof. Dr. Matthias Casper
  • Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Andrew Filardo, Ph.D.
  • Universität Amsterdam, Business School, Prof. Dr. Erasmo Giambona
  • Universität Regensburg, Lehrstuhl für Immobilienfinanzierung, Prof. Dr. Steffen Sebastian
  • Universität Mannheim, Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie, Christina West, M.A.

Projekthintergrund und Ziele:

Die europäischen Immobilienmärkte sind seit einigen Jahren durch eine zunehmend stärkere Kapitalmarktorientierung geprägt. Dies kommt im Finanzierungsverhalten von Immobilieninvestoren zum Ausdruck, das allein wegen tendenziell steigender Finanzierungsvolumina und der Notwendigkeit zur Diversifikation von Risiken zunehmend auf die Akquisition von Eigenkapital und Fremdkapital am organisierten Kapitalmarkt ausgerichtet ist. Die zunehmende Verbreitung neuer Kapitalmarktinstrumente (im Eigenkapitalbereich z.B. Real Estate Investment Trusts (REITs), im Fremdkapitalbereich Verbriefung von Forderungen) führt zu einer größeren Akzeptanz und Rentabilität dieser Finanzierungswege. Sowohl für institutionelle als auch für private Anleger eröffnen sich in diesem Zusammenhang neue Möglichkeiten der Portfoliodiversifikation. Im Bereich der institutionellen Anleger spielen hier seit einiger Zeit kurz- und mittelfristig orientierte Investoren (sog. Opportunity Funds und Private Equity Funds) eine wichtige Rolle. Darüber hinaus ist eine Umorientierung langfristig ausgerichteter Anleger (z.B. in der Versicherungswirtschaft) von der direkten Investition in Immobilien auf die indirekte Anlage in immobilienbasierten Kapitalmarktprodukten zu beobachten. Dem privaten Anleger bieten solche Anlageformen grundsätzlich ebenfalls Alternativen zur direkten Anlage in selbst genutztes oder vermietetes Wohneigentum. Die aktuellen Verwerfungen am Markt für Hypothekenkredite mit niedriger Bonität (Subprime-Kredite) lassen aber auch erhebliche Risiken immobilienbasierter Kapitalmarktinvestments deutlich werden. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) initiierte vor diesem Hintergrund ein wissenschaftliches Netzwerk, das sich mit den Auswirkungen dieser Veränderungen auf Immobilien- und Kapitalmärkte befasste. Ziel war es, Kompetenzen aus verschiedenen Bereichen (Kapitalmarktforschung und Finanzierung, Immobilienökonomie, Regionalwissenschaft, Demographie, Rechtwissenschaft, Ökonometrie) zusammenzuführen. Zentrale Fragestellungen, die im Rahmen des Netzwerkes bearbeitet wurden, sind:

  • Welche Auswirkungen hat der zunehmende Einfluss von Finanzinvestoren auf die Entwicklung der Wohnungsmärkte, der Wohnquartiere, der gewerblichen Immobilienmärkte sowie der Stadt?
  • Haben sich die Zusammenhänge zwischen Immobilienmärkten und Kapitalmärkten verstärkt und hat damit auch die Ansteckungsgefahr durch Krisen auf dem jeweils anderen Markt zugenommen?
  • Wie sind die Diversifikations- und Liquiditätseffekte neuer immobilienbasierter Kapitalmarktinstrumente in kurz-, mittel- und langfristiger Sicht zu beurteilen?

Projektbaustein des IRS

Es wurde davon ausgegangen, dass die Verkäufe öffentlicher und privater Wohnungsbestände an internationale Finanzinvestoren Auswirkungen auf die Umsetzbarkeit wohnungs- und stadtentwicklungspolitischer Zielsetzungen in Städten haben. Aus kommunaler Sicht ist mit entsprechenden Verkäufen der Verlust wichtiger Kooperationspartner und Einflussbereiche in der Stadtentwicklung verbunden. Daher wurde gefragt, welche Kooperationsformen sich im Zuge der Transaktionen zwischen den öffentlichen und privaten Akteuren entwickeln und welchen Einfluss dies auf die Formulierung/Fortschreibung/Umsetzung von wohnungs- und stadtentwicklungspolitischen Zielsetzungen der Kommune hat. Anhand von vertiefenden empirischen Untersuchungen in ausgewählten Fallstädten wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens die Handlungslogiken und Praktiken der auf dem Wohnungsmarkt agierenden kommunalen Akteure und der Finanzinvestoren genauer beleuchtet. Berücksichtigt wurden dabei die besonderen Bedingungen des wirtschaftlichen und demographischen Strukturwandels sowie die sich daraus ergebenden Folgen für die Stadtentwicklung.

Ansprechpartner im IRS:

Kristin Kaufmann
Heike Liebmann
Hanna Sommer

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