Imagebild
Druckversion von www.irs-net.de/forschung/forschungsabteilung-4/lebensqualitaet/ergebnisse.php (Datum: 17.05.2012 08:18:48)

Lebensqualität in Klein- und Mittelstädten

Lebensqualität im Städtekranz: Ergebnisse

In den sieben untersuchten Klein- und Mittelstädten des Landes Brandenburg (Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder) sowie Jüterbog, Luckenwalde und Neuruppin) beurteilten insgesamt 51 Prozent aller Befragten die Lebensqualität in ihrer Stadt als positiv, 49 Prozent als überwiegend negativ. Die allgemeine Lebensqualität wird von der jüngsten und der ältesten Gruppe der Befragten am besten beurteilt, kritischer sind die mittleren Altersgruppen. Neben der kritischen Bewertung der allgemeinen Lebensqualität der Stadt vermitteln auch die Einschätzungen zu den einzelnen Lebensbereichen eine hohe Unzufriedenheit der Bewohner in den Städten.

Vor allem die wirtschaftliche Lage wird von den Befragten in einer Weise beurteilt, wie sie kaum negativer sein kann. In diesen Bewertungen werden die zentralen Schwächen der  Lebensqualität in den Städten deutlich, sie beeinflussen vermutlich die Bewertung anderer Bereiche und darüber auch das Gesamtbild. Allen voran das Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen und die Verdienstmöglichkeiten der Region erhalten in allen Städten schlechte Noten. Gesonderte Erwähnung bei den offenen Nennungen finden auch Folgeerscheinungen der Arbeitsmarktentwicklung wie Perspektivlosigkeit, Resignation und Lethargie der Bevölkerung und auf der anderen Seite Abwanderung der jungen und mobilen Bevölkerungsteile. Auch die Arbeit der politisch Verantwortlichen und der Stadtverwaltung in den untersuchten Städten wird recht negativ bewertet. Daneben schneiden bestimmte Aspekte der Mobilität schlecht im Urteil der Bevölkerung ab. Die größte Zufriedenheit liegt im Bereich Freizeit und Erholung. Positiv werden ferner die medizinische Versorgung, die Qualität weiterführender Schulen, der öffentliche Nahverkehr und die Fußgängerfreundlichkeit der Städte gesehen.

Dass aber nicht allein die wirtschaftliche Entwicklung und die aktuelle Arbeitslosenrate für die Bewertung der Lebensqualität in der Stadt ausschlaggebend sind, zeigt unter anderem die Berechnung der statistischen Korrelationen zwischen der Beurteilung der allgemeinen Lebensqualität und die der anderen Lebensbereiche durch die Bürger. Den stärksten Zusammenhang zeigt die Wahrnehmung der städtischen Lebensqualität mit der Einschätzung des Erscheinungsbildes der Stadt. Einen starken Zusammenhang zeigen auch die Einschätzung zur Entwicklung in den letzten fünf Jahren und die Perspektive der Stadt für die nächsten fünf Jahre, ebenso wie die vergangene wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Dass der Zusammenhang mit dem Arbeits- und Ausbildungsplatzangebot und den Verdienstmöglichkeiten nicht so deutlich ausgeprägt ist, liegt vermutlich daran, dass diese Einschätzungen in allen Städten durchgehend negative Werte aufweisen.

Die Ergebnisse zeigen, dass unter den sieben untersuchten Städten die Kleinstädte mit historischem Zentrum die Gewinner in der Wahrnehmung der Lebensqualität durch die Bürger sind. Auch mit den begrenzten Möglichkeiten in Kleinstädten lässt sich offenbar eine positive Grundstimmung erzeugen. Diese optimistischere Haltung wirkt sich vermutlich auch auf die allgemeine Sichtweise der Stadtentwicklung aus.

Weitere inhaltliche Informationen lesen Sie in der Publikation REGIO transfer 6

Impressum © 2012 IRS Alle Rechte vorbehalten - Realisierung :: Netzformat :: Internetagentur Stand: 23.08.10