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Forschungsabteilung 4

 

INTERREG III B Projekt MECIBS (Mittelstädte im Ostseeraum im Dialog)

Projektleitung: Danish Forest and Landscape Research Institute
Finanzierung: Interreg III B (transnationale Kooperation), PHARE CBC (Kooperationsprogramm im Ostseeraum) und TACIS CBC (grenzüberschreitende Kooperation)

Projektlaufzeit: Juli 2002 bis Juni 2005

Projektteam: Eric Tenz, Thilo Lang, Jochen Bürkner, Monika Sonntag


Kurzbeschreibung

Ausgangspunkt für MECIBS ist die Beobachtung, dass insbesondere Klein- und Mittelstädte im Ostseeraum außerhalb der nationalen Kerngebiete und Metropolräume vergleichsweise große Entwicklungsschwierigkeiten aufweisen und dadurch zur regionalen Disparitätenbildung beitragen. Insbesondere durch nachlassende wirtschaftliche Aktivitäten, Bevölkerungsrückgänge und durch die daraus folgenden sozialen, baustrukturellen und ökologischen Probleme sind viele Städte in ihren urbanen Funktionen von Umstrukturierungsprozessen betroffen. Vor allem wirtschaftlich monostrukturierte Städte außerhalb der Hauptstadtregionen befinden sich in kritischen Situationen. Einige Städte können jedoch auch auf positive Ergebnisse ihrer Strategien verweisen. MECIBS vereint bewusst Städte mit unterschiedlichem historischen, politischen und ökonomischen Hintergrund, um das Phänomen des urbanen Strukturwandels in seinen verschiedenen Ausprägungen besser greifen zu können. Das MECIBS Netzwerk ermöglicht und unterstützt den Austausch zwischen diesen Städten.

Transnationale Netzwerkstrukturen wie das MECIBS-Projekt helfen dabei, den Krisensituationen der Städte mit neuen Perspektiven zu begegnen. Hierbei spielen neben den Städten selbst auch die beteiligten Forschungsinstitute eine große Rolle, da von ihnen neben einer vergleichenden Darstellung der Entwicklungspfade der beteiligten Städte auch Empfehlungen für lokale Strategien erarbeitet werden. Dadurch werden gemeinsame Lernprozesse in Gang gesetzt und Synergieeffekte für die einzelnen Städte sowie letztendlich für die gesamte räumliche Entwicklung des Ostseeraums bewirkt.


Hintergrund und Einordnung

Das Projekt MECIBS ist vor dem Hintergrund der bisherigen Kooperationen und Aktivitäten im Rahmen von Interreg IIC zu sehen. Es baut auf dem Vorläuferprojekt Urban Systems & Urban Networking auf und nimmt außerdem Bezug auf die Ergebnisse von Vision and Strategies Around the Baltic 2010. Darüber hinaus wurde im EUREK (Europäisches Raumentwicklungskonzept) das Oberziel einer polyzentrischen und ausgeglichenen räumlichen Entwicklung formuliert, welches u.a. durch die Stärkung von Mittelstädten und im Rahmen von Interreg-Projekten umgesetzt werden soll.

Durchführung

Im Frühjahr 2003 wurden Fragebögen an die Städte verschickt und ausgewertet, um mehr über die jeweiligen lokalen Herausforderungen sowie die Erwartungen an das MECIBS-Projekt zu erfahren. Seitdem findet ein intensiver Dialog mit den einzelnen kommunalen Partnern statt. Zudem bringen die Städte auf sechs Konferenzen ihre Probleme zur Sprache, so dass ein fachlicher Austausch stattfinden kann. Die Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis sind gefordert, lokale Lösungswege aufzuzeigen und entsprechende Perspektiven zu entwickeln. Mit Hilfe der teilnehmenden Städte führen die Forschungsinstitute Fallstudien durch. In der letzten Projektphase werden die Ergebnisse der sektorale Studien zu integrierten Handlungsempfehlungen zusammengeführt. Auch während des Prozesses findet eine fachübergreifende Vernetzung der Inhalte statt.

Fallstudien (Stand Juni 2003)

In internationalen Teams arbeitet das IRS schwerpunktmäßig an folgenden Fallstudien:

  • Städtische Krise und Revitalisierung: Alternative Entwicklungsstrategien als Reaktion auf eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik (Thilo Lang)
  • Image und Identitätsbildung durch kommunale lokale Aktivitäten (Eric Tenz)

Darüber hinaus gibt es Überschneidungen mit folgenden Themen bzw. Fallstudien anderer Institute:

  • Lokale Arbeitsmärkte und regionale Neustrukturierung – ein Weg aus der Bevölkerungskrise?
  • Städte und Regionen: Wirtschaftliche Entwicklung in einer Phase des Übergangs
  • Aktivierung und Umnutzung von für die Stadtentwicklung bedeutenden Brachflächen bei nachlassender Nachfrage
  • Ökologische Entwicklung als Herausforderung und Chance
  • Institutionelle Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine nachhaltige Kommunalentwicklung
  • Lokale Strategien für städtische Restrukturierung

Lappeenranta / Stadtzentrum Vyborg / Rathaus Sillamäe / Stadtpromenade

 

Projektpartner (Stand April 2003)

23 kommunale Partner

Deutschland

Jüterbog and ArgeREZ Städtenetz

Dänemark

Randers, Nakskov, Industrie- und Handelskammer Herning-Ikast-Brande

Schweden

Nyköping und Nortälje

Finnland

Salo, Kokkola und Lappeenranta

Russland

Lomonosov, Kronstadt, Pskov, und Vyborg

Estland

Sillamäe und Vöru

Lettland

Valka, Kuldiga und Bauska

Litauen

Kedainiai und Radviliskis

Polen

Lebork und Chojnice

 

 

 

12 Forschungsinstitute zur wissenschaftlichen Begleitung
Deutschland
Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), Erkner

Dänemark
Danish Forest und Landscape Research Institute, Hørsholm
University of Southern Denmark, Sønderborg
University of Copenhagen

Schweden
Swedish Institute for Growth Policy Studites (ITPS)/
Royal Institute of Technology, Stockholm

Finnland
Helsinki University of Technology

Nordische Länder
Nordic Centre for Spatial Development (Nordregio)

Russland
Leontief Centre, St. Petersburg

Estland
Public Science Academy, Tallinn

Lettland
University of Latvia, Riga

Litauen
Vilnius Gediminas Technical University

Polen
University of Gdansk

 


Kontakt im IRS:

Jochen Bürkner

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