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Die Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS

Freiraumplanung in der DDR

Projektteam
Projektleitung: H. Engler (Geschichte)
A. Obeth (Geschichte), A. Pienkny (Archivwesen), C. Bernhardt (Geschichte)

Bearbeitungszeitraum: 01/2009 bis 12/2011

Fragestellung, Forschungsziele, Methoden

Die Leitfrage des Projekts gilt dem Spannungsverhältnis zwischen dem Freiraumplaner als individuellem Akteur und seinem institutionellen Umfeld von Kollektiv, Partei und Staat. Damit verbunden ist die Frage nach dem Verhältnis zwischen der Planung von Freiflächen als Gestaltung individueller Orte und seriellen Leitlinien der Freiraumplanung. Das Projekt setzt sich das Ziel, die Übertragbarkeit des akteurzentrierten Institutionalismus auf die DDR-Periode exemplarisch zu prüfen. Mit der Akteurzentrierung und über den Leitbegriff der urbanen Kulturlandschaft ist es eng und komplementär mit dem Leitprojekt der Forschungsabteilung 2 verkoppelt. Vorrangig am Beispiel von Schlüsselakteuren soll aus biographischer Perspektive die in der Forschung breit diskutierte Frage nach den Handlungsspielräumen von Planern auf einem bisher noch nicht genauer erforschten Praxisfeld und in neuen theoretischen Bezügen untersucht werden.

Konkreter zu prüfen ist dabei unter anderem, über welche institutionellen Arrangements individuelle Planung, serielle Entwurfsrichtlinien und bauliche Realisierung ineinander verwoben waren und ob sich, ähnlich wie bei der Architektur- und Wohnungsbaugeschichte, im Zeitverlauf eine zunehmende Standardisierung vollzog. Individuelle Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit, Angleichung von Entwürfen an die Rahmenbedingungen von Finanzierung und Bauwirtschaftsorganisation (z.B. Kombinat Grünanlagenbau) sowie die Etablierung des Instrumentes der Komplexrichtlinien (TGL 113 – 0373) spielten in diesen Interaktionen eine wichtige Rolle. Geprüft wird auch, welche Beispiele der Planung und Gestaltung einer urbanen Kulturlandschaft als besonders gelungen und qualitätsvoll galten.

In methodischer Hinsicht werden die Grundlagen der DDR-Freiraumplanung anhand von Dokumentenanalysen sowie die biographische Perspektive insbesondere mittels der Auswertung von Beständen der Wissenschaftlichen Sammlungen (u.a. Nachlässe der führenden DDR-Landschaftsplaner Lingner, Baeseler, Greiner, Matthes, Stefke und Gelbrich) erforscht. Ergänzend werden Experteninterviews mit Akteuren der DDR-Freiraumplanung sowie eine Sekundärauswertung quantitativer Daten durchgeführt.

Projektphasen, Produkte und Transfer

Das Projekt ist in drei Arbeitsphasen gegliedert: In der ersten Phase „Grundlagen“ werden die Grundlinien der DDR-Freiraumplanung geklärt und die Anwendbarkeit des akteurzentrierten Institutionalismus auf diese Planungsprozesse geprüft. In der zweiten Phase wird das genannte Spannungsverhältnis zwischen einzelnem Planer und institutionellem Umfeld untersucht, in der dritten das Verhältnis von Ortsgestaltung und Serialität. Der besondere Zuschnitt des Sammlungsprojektes drückt sich in dem engen Zusammenhang von Nachlasserschließung und -erforschung mit der Erstellung von Findbüchern und mindestens einer biographischen Publikation aus.

Als weitere Produkte sind ein Working Paper sowie ein Werkstattgespräch zur Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse geplant. Für das Werkstattgespräch können bereits bestehende Kontakte mit führenden Forschern zur DDR-Freiraumplanung genutzt werden.

Kooperationspartner

  • Universitäten und Hochschulen
    • BTU Cottbus (Lehrstuhl Denkmalpflege) Link
    • Center for Metropolitan Studies an der TU Berlin Link
    • Schinkelzentrum der TU Berlin Link
    • Fachhochschule Potsdam Link
  • Forschungsinstitute
    • Herder-Institut Marburg Link
    • Internationale Bauakademie Berlin Link
  • Archive
    • Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam Link
    • Landesarchiv Berlin Link
    • Archiv der Moderne Weimar Link
    • Architektursammlung der Berlinischen Galerie Link
    • Geographische Zentralbibliothek – Archiv des Instituts für Länderkunde Leipzig e.V. Link
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