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Forschungsabteilung 2

Institutionenwandel und regionale Gemeinschaftsgüter

Leitprojekt (2006 - 2008)

Regionale Governance-Muster in der Kulturlandschafts- und Infrastrukturpolitik in Geschichte und Gegenwart

Projektleiter
Timothy Moss (2006), Christoph Bernhardt (2007/2008)

Projektteam
Ingrid Apolinarski, Carsten Benke, Christoph Bernhardt, Heidi Fichter, Ludger Gailing, Timothy Moss, Andreas Röhring

Laufzeit
01/2006 - 12/2008

Nachdem die Forschungsabteilung 2 im Rahmen früherer instituts- und drittmittelfinanzierter Projekte umfassende Kenntnisse zur institutionellen Regelung der einzelnen Gemeinschaftsgüter Wasser, Infrastruktursysteme und Kulturlandschaften gesammelt hatte (Moss 2003; Apolinarski/ Gailing/Röhring 2004), lag der Schwerpunkt dieses Leitprojekts auf der vergleichenden Analyse. Es hatte sich gezeigt, dass der Umgang mit Gemeinschaftsgütern je nach der Eigenart des behandelten Gutes sehr unterschiedlichen institutionellen Bedingungen und Entwicklungspfaden unterliegt. Segovia AquaduktVergleichende Untersuchungen über mehrere Gemeinschaftsgüter hinweg lagen bis dahin jedoch im Wesentlichen nur aus vorwiegend rechtswissenschaftlicher Sicht bzw. sektorenübergreifend für den Teilbereich der Daseinsvorsorge (z.B. Schader-Stiftung 2003) vor.

Als zweites wichtiges Erkenntnisziel wurde erstmals die Frage nach den Gemeinwohlorientierungen in den betroffenen politischen Handlungsfeldern zentral gestellt (vgl. Schuppert/Neidhardt 2002). Politikwissenschaftliche Ansätze der Gemeinschaftsgutforschung – auch in der Abteilung – hatten gezeigt, dass die klassische ökonomische Kategorisierung von Gütern nach Angebots- und Nutzungsmerkmalen zu kurz greift, da soziale Konstruktionen und politische Zieldefinitionen bei der Bestimmung des Umgangs mit Gemeinschaftsgütern eine zentrale Rolle spielen. Das Projekt hatte daher zu klären, welche raumpolitisch relevanten Ziele für die einzelnen Handlungsfelder durch die jeweiligen Schlüsselakteure postuliert werden und wie sie institutionell verfolgt werden bzw. wurden.

Den dritten Schwerpunkt des Projektes bildeten die spezifischen Governance-Formen, die  neben den institutionellen Regelungen den Umgang mit Gemeinschaftsgütern auf regionaler Ebene wesentlich prägen. Im Rahmen von Analysen zum Wechselverhältnis von Institutionen als kodifizierten wie nicht-kodifizierten Regelsystemen und bestimmten Governance-Formen wurde den Wirkungen von Pfadentwicklungen sowie nicht intendierten Effekten einzelner Governance-Formen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Das Leitprojekt stellte seine Zwischenergebnisse und Hypothesen unter anderem auf der großen Konferenz „Im Interesse des Gemeinwohls“ am 11.7.2008 in Erkner vor, die Ergebnisse wurden in dem gleichnamigen Projektband im Campus Verlag publiziert (Bernhardt/Kilper/Moss 2009).

Publikation

Bernhardt, Christoph; Kilper, Heiderose; Moss, Timothy (Hg.):
Im Interesse des Gemeinwohls
: Regionale Gemeinschaftsgüter in Geschichte, Politik und Planung
Frankfurt am Main, New York : Campus-Verl., 2009. - 397 S. ; € 34,90
ISBN 978-3-593-39012-3

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