Das Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) sammelt als Service für die Forschung Dokumente und Planungsgrundlagen zur Städtebau- und Planungsgeschichte der DDR. Die „Wissenschaftlichen Sammlungen“, wie das Archiv genannt wird, wurden 1992 mit Gründung des IRS ins Leben gerufen. Zu den ständigen Aufgaben des Instituts respektive der Sammlungen gehört die weitere Sicherung, Inventarisierung, wissenschaftliche Erschließung und schrittweise Veröffentlichung dieser Dokumente.
Die Materialien des Archivs basieren auf Beständen des ehemaligen
Instituts für Städtebau und Architektur (ISA) der Bauakademie.
In der Regel sollte das Forschungs- und Arbeitsmaterial der Institute
an der Bauakademie zentral archiviert werden. Dieses Zentralarchiv befindet
sich heute in der Außenstelle des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde
(Signatur DH 2/DH 2 Plan).
Auf Erweiterung angelegte Sammlungen (z.B. das wissenschaftliche Archiv
des ISA) oder persönliche Arbeitsmaterialien, auf die einzelne wissenschaftliche
Mitarbeiter jederzeit zurückgreifen können mussten, verblieben
teilweise am ISA selbst. Mit der Gründung des IRS wurden diese nicht-staatlichen
Forschungsunterlagen nach Provenienzen, d.h. nach bestimmten Abteilungen
des ISA geordnet, vom Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung übernommen.
Die Wissenschaftlichen Sammlungen werden nicht wie staatliche Archive durch Archivgesetze (Abgabefristen) und Zuständigkeiten geregelt. Das erklärt die heterogene Zusammensetzung der Bestände, die eine vielfältige Mischung von behördlichen und persönlichen Dokumenten offeriert. Durch gute Netzwerkpflege konnten die Sammlungen in den letzten Jahren ihre Bestände sukzessive erweitern und sie vor allem durch Nachlässe ehemaliger Stadtplaner und Architekten der DDR ergänzen.